Drei Alternativen zum neuen Willie-Nelson-Album

Die Legenden von damals veröffentlichen mittlerweile nur noch altersmüde Selbstgänger. Drei aufregende Country-Musiker*innen, die ihr stattdessen hören solltet: Sturgill Simpson, Garrett T. Capps und Faye Webster.

Willie Nelson hat ein neues Album rausgebracht. Kurz mal googeln, das wievielte ist es mittlerweile? Das 69., so so. Musikalisch ist „Ride me back home“ ziemlich genau das, was man mittlerweile erwartet. Schade eigentlich, gibt es doch gerade so viel tollen Alt-Country von Musiker*innen, die die Sounds, denen Nelson sich verpflichtet fühlt, neu aufrollen. Nehmen wir das mal als Anlass, um ein paar von ihnen vorzustellen:

Allen voran wäre da Sturgill Simpson. Der Sänger aus Kentucky sorgte nach seinem recht konservativen Debüt „High Top Mountain“ mit dem psychedelischen „Metamodern Sounds in Country Music“ für Aufsehen. Das ging auch an der amerikanischen Öffentlichkeit nicht vorbei: Das Album landete immerhin auf Platz acht der Country- und Platz sechs der Indie-Charts. Das folgende Major-Label-Debüt „A Sailor’s Guide to Earth“ auf Atlantic Records schoss indes direkt auf Platz eins der Countrycharts. Hier wagt Simpson neben den zaghaften stilistischen Experimente mit psychedelischem Rock auch mutigere Vorstöße in Richtung Funk und Soul. Zuletzt lieferte er übrigens auch den Titeltrack zu Jim Jarmuschs jüngstem Film, „The Dead Don’t Die“.

Noch gewagtere stilistische Experimente finden sich im Repertoire von Garrett T. Capps. Nachdem ihm mit der Hymne auf seine Heimatstadt „Born in San Antone“ und deren Platzierung in der Premiere der dritten Staffel der US-Show „Billions“ ein wenig nationaler Ruhm zuteil wurde, zog sich Capps zurück in den Schatten: Auf das unbeschwerte Punk-Country-Album „Y Los Lonely Hipsters“ folgte 2018 der erste Teil einer Space-Country-Trilogie namens „In the Shadows (again)“. Auf dem ersten Teil schlägt Capps, ausgehend von den flächigen Klängen der Lap Steel Gitarre, den Bogen zu Postrock, Ambient und Krautrock. Der zweite Teil der Trilogie „All Right, All Night“ ist für den 30. August angekündigt.

Für alle, die Country entweder hassen, oder so gern haben, dass ihnen diese Experimente zu gewagt sind, gibt es Faye Webster, deren jüngstes Album „Atlanta Millionaires Club“ unsere Redaktion im Plattenchat bezauberte. Webster verbindet Country und Folk so mühelos mit HipHop und R’n’B, dass die Lap Steel Gitarre gar nicht weiter auffällt. Nach ihrem selbstveröffentlichten Debüt „Run & tell“ und dem selbstbetitelten Zweitwerk ist Faye Webster auf ihrem dritten Album „Atlanta Millionaires Club“ voll und ganz bei ihrem eigenen Sound angekommen – und erweicht selbst die Herzen von Country-Hassern mit ihren zwanglosen Ohrwürmern.

Drei Alternativen zum neuen Willie-Nelson-Album • Listening

Verteilt über den letzten Monat hat die norwegische Jazzband Lassen Remixes der Stücke von ihrem Album „Eventyr“ veröffentlicht. Heute erscheinen sie gesammelt als Album. Mit dabei sind auch zwei Bonustracks von Anja Lauvdal und Kim Dürbeck.

Lassen: Remix-Eventyr erscheint heute als Album – inkl. zweier Bonustracks

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Lassens „Lila Eule“ wird von Finn Grythe neu interepretiert.

Lassen: „Lila Eule“ | Eventyr-Remix No 2 | Finn Grythe

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Drei Alternativen zum neuen Willie-Nelson-Album • Weitere Beiträge

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Die norwegische Jazzband Lassen lässt die Songs ihres Albums „Eventyr“ neu interpretieren. Nun geht es in Runde drei. Nachdem Lassens „Lila Eule“ letzte Woche von Finn Grythe überarbeitet wurde, interpretiert Billy Meier nun das Stück „You should have been there“.

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