Gus Dapperton: Where Polly People Go To Read

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet, diesmal über Gus Dapperton …

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen …

GUS DAPPERTON

Where polly People go to read

Stefan: Singer/Songwriter meets Indierock meets Dance und 80er-Jahre-Vibes. Gus Dapperton versatzstückt all diese Stilrichtungen, ohne dabei in Beliebigkeit zu verfallen. Ich bin begeistert. Dieses Album hat großes Potenzial, der Soundtrack meines Frühlings zu werden.

Carsten: Stefan, da sind wir uns ja gleich mal einig, wer hier die Schönheit der Chatrunde ist. Hab den 22-jährigen Posterboy bislang nicht so richtig ernst genommen, da es immer um seinen Style und nur sehr selten auch um die Musik ging. Tatsächlich waren aber sogar die alten Dreampop-Sachen à la „Prume, you talk funny“ schon ziemlich gut. Dieses Debüt ist noch mal ein ziemlicher Sprung, sodass ich ihm am Ende sogar den R’n’B-Schmachter „Fill me up Anthem“ abkaufe.

Verena: Ach die Jugend – so simpel zu begeistern. Für mich klingt der Hypeboy Dapperton so harmlos, als zöge man abends los, um richtig einen drauf zu machen, und landet dann doch nur in der bewährten Kneipe um die Ecke, um sich gelangweilt am Moscow Mule festzuhalten.

Mitja: Sehr schön, dann darf ich mich ja weiter zur Jugend zählen undMoscow Mule trinken. War schon durch die Vorabsongs gespannt auf die Platte und bin auf jeden Fall sehr zufrieden damit.

 

VERENA REYGERS

fühlt sich in der hiesigen Jungspundrunde etwas oldie – und das trotz hartnäckiger Frühlingsgefühle. Um die nicht mit Minimal Violence zu verschrecken, setzt sie auf die ernsthaft-ironischen Foxygen.

MITJA STEFFENS

gibt sich in dieser Chatrunde sehr handzahm, da könnten sich Minimal Violence noch eine Scheibe von abschneiden. Ob es am Lenz liegt? Die Frühlingsgefühle lässt sich Mitja jedenfalls vorzugsweise von Gus Dapperton vertonen.

CARSTEN SCHRADER

lässt sich sowohl von Foxygen als auch von Minimal Violence inspirieren und cruist in Kellerklubs und Proberäumen. Echte Zweisamkeit gibt es für ihn allerdings immer erst am Morgen danach: beim gemeinsamen Imitieren der Tanzmoves aus dem Aldous-Harding-Video zu „The Barrel“.

GASTHÖRER

STEFAN GRÜLL

ist der neueste Stern am kulturnews-Himmel und scheint deswegen besonders hell. Als Digital Native und Musterbeispiel des Typs Generation Y kümmert er sich bei kulturnewsum die Betreuung der Online-Plattformen und Social Media. Eigentlich mag Stefan „alles außer Schlager“, beschwert sich dann aber doch gerne über alles, was zu laut, zu leise oder schlichtweg ungenügend ist.

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