„Ladybird“: Letzter Oscar-Film 2018 startet

Greta Gerwig, Saoirse Ronan, Thimotée Chalamet: Wer sie noch nicht kennt, sollte die fünffach Oscar-nominierte Coming-of-Age-Komödie „Lady Bird“ unbedingt nutzen, diese zukünftigen Stars kennenzulernen.

„Ich möchte einfach, dass du die beste Version von dir bist, die du sein kannst“ – „Und wenn das hier nun mal die beste Version von mir ist?“ – Stirnrunzeln. Nein, man kann nicht sagen, dass Marion (Laurie Metcalf) und ihre Tochter Christine (Saoirse Ronan) ein Verhältnis haben, das von den gleichen Erwartungen geprägt ist. Das drückt sich schon darin aus, dass Christine sich selber den namen Lady Bird gegeben hat (ladybird bedeutet auf Deutsch Marienkäfer) – die 17-Jährige will mit aller Macht individuell, anders und erwachsen sein. Dafür ist die katholische Schule, auf die Lady Bird geht, weil Marion Angst vor der Gewalt an öffentlichen Schulen hat, natürlich nicht der ideale Ort. Zusammen mit ihrer besten Freundin Julie entflieht Lady Bird aber so oft wie möglich den gestrengen Regeln, gerne auch mal tratschend und hostiennaschend in der Schulküche. Doch zu Hause eckt die bunthaarige und extrovertierte Trotznase immer wieder an – erst recht, als sie den eindringlichen Wunsch äußert, statt im beschaulichen kalifornischen Sacramento zu bleiben auf ein College an der Ostküste zu gehen. Kann Lady Bird ihr vorlaute Klappe halten? Und welcher Junge ist denn nun der richtige für sie? Greta Gerwig hat als Schauspielerin in Filmen wie „Francis Ha“ oder „Mistress America“ die Rolle der linkischen, hochgewachsenen Chaotin und Träumerin gepachtet – in ihrem Regiedebüt gibt sie den Staffelstab weiter an die 24-jährige Saoirse Ronan, die ihr nicht zufällig optisch ähnelt. Auch, wenn Lady Bird sehr viel selbstbewusster daherkommt: Gerwig lässt hier viel Autobiografisches einfließen. So kommt die 34-Jährige auch aus Sacramento und hat schon in früheren Filmen Frauen porträtiert, die in New York ihrem Traum vom selbstbestimmten Leben nachhängen, aber meist nur abhängen. Das kann Lady Bird nicht passieren … Gerwig hat eine klassische amerikanische Indie-Coming-of-Age-Komödie à la „Juno“ oder „Ghost World“ gedreht, deren Zutaten sie souverän und oft auch überraschend variiert: Außenseitertum in der Schule, Rebellion im Elternhaus, erste Liebe mit dem a) netten Typen und b) coolen Typen, frühreife Besserwissereien, erster Herzschmerz, Abschlussball, die Sehnsucht nach einem anderen, vielleicht einfach auch schon dem eigenen zukünftigen Leben. Lady Bird muss rausfinden, wer sie sein will. Wir schauen ihr gerne dabei zu. „Ladybird“ war für fünf Oscars nominiert und erhielt im Januar zwei Golden Globes als beste Komödie/Musical und für Saoirse Ronan als beste Schauspielerin. Greta Gerwig wird sich daher durchaus ermutigt fühlen, weitere Filme zu drehen. Das wäre nicht nur im Sinne der Gleichberechtigung in Hollywood eine gute Sache.

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