Contemporary Music

Kino-Shootingstar Timothée Chalamet: sexy, faul und neugierig

Regisseur Luca Guadagnino strickt sein Meisterwerk über das sexuelle Erwachen „Call me by your Name“ ganz um Neuentdeckung Timothée Chalamet – zurecht, denn der New Yorker Franzose ist die Idealbesetzung für diese sommerliche, homoerotische Coming-of-Age-Poesie.

Timothée Chalamet, das klingt sinnlich, nach Südfrankeich, Sonne, stilvollem Abhängen, dazu guter Rotwein. Dabei stammt Timothée Chalamet – man kann diesen Namen nicht oft genug wiederholen! – aus der ziemlich unsinnlichen, sehr unfranzösischen Millionenmetropole New York. Aber sein Vater ist Franzose. Und die Assoziationen, die sein Name weckt, sie scheinen auch Luca Guadagnino gekommen zu sein.

Der italienische Regisseur wählte den attraktiven Twen für seinen Film „Call me by your Name“ aus – und darin geht es um all das, wonach Timothée Chalamet auch klingt: Südeuropa, Juli, endlose Freizeit, lesen, Musik hören, flirten, festliche Tafeln vor einer barocken Villa. Und mittendrin der 22-jährige Chalamet als 17-jähriger Elio, dessen Sexualität so reif und üppig ist wie die Pfirsiche in Mutters Garten. Elio erlebt die Hochstimmung und den Kater der ersten Liebe. Aber nicht mit einem Mädchen aus dem Dorf, sondern mit dem amerikanischen Studenten und Sommergast Oliver (Armie Hammer). Chalamet macht das hinreißend. Sein Elio ist forsch und auch fragil, schüchtern und zugleich selbstbewusst, eine Meisterleistung an Zwischentönen und Vielschichtigkeit. So sexy, faul und neugierig hat lange keiner mehr im Kino den Sommer genossen. Kein Wunder: Seine eigenen Teeniesommer verbummelte Timothée Chalamet im Haus seiner Großmutter im Örtchen Le Chambon-sur-Lignon – in Südfrankreich …

Der Titelsong „Mystery of Love“ von Songwriter Sufjan Stevens ist übrigens für den Oscar nominiert.

 

 

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