Contemporary Music

Physical

Weg vom Industrialtechno – Factory-Floor-Mitgründer Gabe Gurnsey wagt auf seinem Solodebüt den Schritt Richtung Synthiepop. Ibiza kann kommen!

Seine Beschreibung des Eröffnungsstücks „Ultra clear Sound“ ist zu treffend, um den Künstler hier nicht selbst zu Wort kommen zu lassen: „I wanted to write a track that represents the addiction to bypassing reality through technology and nightclubbing, into a future virtual world paradise. An anthem for escapism“ Kommentierend eingreifen sollte man dennoch und darauf hinweisen, dass hier Factory-Floor-Mitgründer Gabe Gurnsey spricht – was Begriffe wie „Paradies“ und „Hymne“ relativiert. Verglichen mit dem Industrialtechno seiner Hauptband macht Gurnsey tatsächlich einen Riesenschritt in Richtung konventioneller Songstrukturen, und so überraschende Referenzen wie Balearen-Synthiepop, House und Funk lassen sich gewiss nicht ausschließlich auf den kreativen Mitstreiter Erol Alkan schieben – doch wenn Gurnsey mit dem 14 Songs umfassenden Konzeptalbum eine exzessive Clubnacht beschreibt, kann er die beschissene Realität eben nie ganz ausblenden. Was ja wiederum auch Mut macht: Vielleicht sollte man sich doch mal wieder im Club umschauen, wenn man eine spannende, neue Bekanntschaft machen will. cs

Gabe Gurnsey • Album

Künstler: Gabe Gurnsey
Titel: Physical
Label: Phantasy
VÖ: 03.08.2018

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