The Waves, the Wake

Das kanadische Quintett weiß auch diejenigen zu verzaubern, denen Folk zu anschmiegsam ist. Auf dem siebten Album tun sie dies sogar mit Harfe, Laute, Congas oder Marimbas.

Die Zeiten verlangen nach Lärm und Aufruhr – und wer mag sich schon wohligen Folkklängen hingeben, so lange unser Innenminister noch im Amt ist? Doch wenn mit „The talking Wind“ das siebte Album der Great Lake Swimmers einsetzt, kommt man bei der wunderschönen Stimme von Tony Dekker dann eben doch ins Zweifeln. Das in Toronto ansässige Quintett war immer schon auch für all diejenigen spannend, denen Folk eigentlich zu freundlich, zu kitschig, zu langweilig ist. Was vielleicht nicht zuletzt am Mut der Kanadier liegt, auch mal ein paar feine, aber eben doch nicht unwichtige Parameter zu verändern: Auf „The Waves, the Wake“ lassen sie die obligatorische Akustikklampfe stecken, um neben Klavier, Banjo und E-Gitarre auch mal Arrangements mit Harfe, Laute, Congas oder Marimbas zu bauen. Ein Song wie „The talking Wind“ kommt eben auch nur mit Holzbläsern aus, und bei der Single „Alone but not alone“ ist es plötzlich auch gar nicht mehr so schlimm, dass es R.E.M. längst nicht mehr gibt. Vielleicht ist es ja vollkommen okay, auch mal eine Sommernacht lang von nichts anderem als der Herzogin des Herzens zu träumen – zumal der A-capella-Song „Visions of a different World“ beweist, dass man dabei auch durchaus weiterreichende Gedanken im Hinterkopf haben kann. Womöglich hilft ja die Liebe in Gedanken, um uns für die Kämpfe im Alltag wieder neu zu befeuern. cs

Great Lake Swimmers • Album

Künstler: Great Lake Swimmers
Titel: The Waves, the Wake
Label:
VÖ: 18.06.2019

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