Contemporary Music

„Dyna-mite“

Der beste New-Orleans-Sound? Kommt ausgerechnet von einem Briten! Jon Cleary aus Kent verdreht damit den Jazz-Ladys von Alison Krauss bis Norah Jones den Kopf – er kann aber auch solo.

Auf wen verlassen sich Bonnie Raitt, Norah Jones und Alison Krauss, wenn ihr Sound den rauschhaften Halbwelt-Geist des French Quarter von New Orleans atmen soll? Auf einen Mann aus dem südostenglischen Kent: Jon Cleary. Der hat sich ganz klar positioniert im Geschäft und muss sich deshalb über Mangel an Jobs als Sideman nicht gerade beklagen. Ein ruhiger Kerl, dieser Jon Cleary, der gern tiefstapelt, wenn er von sich behauptet, er könne alles ein bisschen, aber nichts wirklich richtig. Ab und an lassen ihm seine Auftraggeber noch so viel Luft zum Atmen, dass er Zeit für sein eigenes Songwriting findet. Dabei kommt dann ein Album heraus wie „Dyna-mite“ – eine facettenreiche Visitenkarte für alle, die noch nicht wussten, dass auch die Briten ihren Dr. John haben. Clearys Stimme ist eine Spur zurückhaltender, sein Pianospiel dafür umso zupackender, ganz gleich, ob bei tanzbaren Uptemponummern wie dem Titeltrack oder melancholisch hingegossenen Balladen wie „Frenchman Street Blues“. ron

 

Jon Cleary • Album

Künstler: Jon Cleary
Titel: Dyna-Mite
Label: Thirty Tigers
VÖ: 13.07.2018

Leseempfehlungen

Nik Bärtsch: Präzision und Höflichkeit

Tord Gustavsen Trio: The other Side