Contemporary Music

Book of Life

Anmut ist Trumpf! Masayoshi Fujita entlockt auf seinem neuem Album „Book of Life“ dem Vibrafon geisterhaft sanfte Klänge.

Milt Jackson, Gary Burton, Bobby Hutcherson. So heißen drei der wohl berühmtesten Vibrafonisten. Das charakteristische Vibrato der mit Gummiklöppeln angeschlagenen Metallplatten fasziniert Jazzmusiker seit beinahe 100 Jahren. Doch Masayoshi Fujita hatte stets anderes im Sinn, als das Instrument mit Bass, Schlagzeug oder Bläsern zu kombinieren. Der ausgebildete Schlagzeuger präpariert das Vibrafon mit Alufolie und Perlenketten, und streicht es mit dem Cellobogen an, um ihm geisterhaft sanfte Klänge zu entlocken. Überhaupt: Anmut ist hier Trumpf. Der in Berlin lebende Japaner beschwört mit seinen Solovibrafonnummern akustische Tagtraumlandschaften und entrückte Naturmystik herauf – Titel wie „Misty Avalanche“ oder „Snowy Night Tale“ sprechen für sich. „Book of Life“ vermag zwar mit dezent eingestreuten Streichern und Chören kaum zu überraschen, entfaltet jedoch eine meditative Wirkung, die noch den hyperaktivsten Drummer in Achtsamkeitstrance versetzen sollte. 97% Ambient, 2% Klassik, 1% Jazz. jp

Masayoshi Fujita • Album

Künstler: Masayoshi Fujita
Titel: Book of Life
Label: Erased Tapes
VÖ: 27.07.2018

Masayoshi Fujita • Reviews

Cover-Masayoshi-Fujita

Book of Life

Leseempfehlungen • Jazz

Jon Cleary

„Dyna-mite“

Marcus Miller: „Laid Black“