Luxury and Waste

Nach ihrem Flirt mit Synthies kehrt Torun Eriksen auf „Luxury and Waste“ zum isolierten Jazz zurück. Allein ist sie dabei nicht.

Da ist nichts, fast nichts. Bloß ein einsamer Windhauch, der über ein paar Basssaiten zu streichen scheint. Und natürlich Torun Eriksens Stimme, die sich aus diesem Nichts materialisiert – unvermittelt und vollkommen. Mehr Entschleunigung geht nicht: Zusammen mit dem Bassisten Kjetil Dalland hat Eriksen ein extrem reduziertes Album aufgenommen. Das überrascht insofern, als dass die Norwegerin auf ihrer letzten Platte „Grand white Silk“ noch mit Synthesizern flirtete und ihre eindringlichen Texte mit Soul und Pop auflockerte. Auf „Luxury and Waste“ dagegen herrscht instrumentale Dürre. Dem Albumtitel widerspricht das nicht, denn Eriksen schwelgt in der Reduktion. Der Bass ist ein starker Partner für die Stimme der 41-Jährigen, die sich mal energisch, mal einfühlsam gibt, aber immer unverkennbar ist. Dazu singt Eriksen über persönliche Verantwortung in einer chaotischen Welt, über zwischenmenschliches Vertrauen und verwaiste Balkone – letzteres sogar ausnahmsweise mit Klavierbegleitung. Mit jedem Hören entwickeln Album und Interpretin mehr und mehr Facetten. Eine Platte zum Zuhören. vr

Torun Eriksen • Album

Künstler: Torun Eriksen
Titel: Luxury and Waste
Label: Jazzland Recordings
VÖ: 07.09.2018

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