Contemporary Music

Love yeah

Fall in Love with Nele Needs A Holiday: Die Belgierin zelebriert auf „Love yeah“ Liebeswirren mit Pop-Grandezza

Einer Künstlerin, die mit selbstironischen Songzeilen wie „For when I drink I always think I’m Beyoncé“ jede Party aufmischt, kann man nur verfallen. Und auch ein Songtitel wie „I love you but I google other People“ lässt humorvolle Herzen höher schlagen. Nele Van Den Broeck alias Nele Needs A Holiday erschafft aus persönlichen Unzulänglichkeiten Popmomente voller Grandezza. Auf ihrem zweiten Album „Love yeah“ verwandelt sich die Belgierin zu diesem Zweck in einen außerirdischen Reality-TV-Star, der die irdischen Mysterien der Liebe erkunden soll – mal im Calypso-flankierten Opener „CV“, in dem die Musikerin fordert: „Don’t fall in love with my CV – fall in love with me“, mal im folgenden „Next Girl“, das von noch mehr karibischen Sounds zwischen Steelpan und Hawaiigitarre angefeuert wird. Musikalische Unbeschwertheit und vermeintlicher D.I.Y.-Pop sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Van Den Broeck Musikproduktion in London und zeitgenössisches Drama in Gent studiert hat. Ein Vollprofi also! Und wer das perfekt arrangierte „You’ll see“ hört, in dem Nele es stimmlich locker mit der kanadischen Sängerin Holly Cole aufnehmen kann, erkennt das Können der Musikerin. Ähnliches gilt für die reduzierte und doch epische Pianoballade „Buddhism“ oder die rockige Gitarrengrätsche in „Bodybuilder“. Was David Bowie kann, kann Nele Needs A Holiday auch – auf außerirdisch gepimpt, Rock in allen Facetten erforschen. Besser als jeder Urlaub! vr

Nele Needs A Holiday • Album

Künstler: Nele Needs A Holiday
Titel: Love yeah
Label: Compagnie Cornelius
VÖ: 24.08.2018

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