Nils Frahm und der Druck der Freiheit

Nils Frahm wollte weg von der McGyver-Mentalität und hat sich für sein neues Album „All Melody“ jeden erdenklichen Produktionsluxus gegönnt. Sein Vorbild dabei: Miles Davis – minus das Koks und die Kinder.

Carsten Schrader: Nils, dein neues Album „All Melody“ ist eine ganz besondere Platte, weil du sie in deinem neu eingerichteten Studio im Berliner Funkhaus aufgenommen hast und zum ersten Mal ohne Beschränkungen arbeiten konntest.

Nils Frahm: Mit 13 habe ich mir vorgenommen, irgendwann ein tolles Studio zu haben, und 22 Jahre später habe ich mir das erspielt. Jetzt bin ich hier drin, und frage mich trotzdem, was wirklich wichtig ist. Man ist immer schon wieder irgendwo anders. Und ganz eigentlich nehmen die Limitierungen ja auch den Druck weg. Ohne Limitierungen steigt der Druck für mich – weswegen ich das ja auch unbedingt machen wollte: Endlich mal keine komische Ausrede präsentieren, um zu entschuldigen, dass ich mal wieder nicht genau das machen konnte, was ich eigentlich wollte. Klar, dafür habe ich dann auch immer andere Sachen entdeckt. Man ist MacGyver, hat nur einen Bindfaden und zwei andere Dinge – und am Ende ist man der Held. Das ist ein schönes Narrativ, das immer funktioniert. Aber das habe ich auch ein paarmal bewiesen, und jetzt wollte ich mich davon lösen. Bei dieser Platte gab es nichts, was mich abgelenkt oder gestört hat. Das ist die Geschichte dieser Platte: Ich habe den Mut gefasst, meinem Status als Musiker entsprechend zu arbeiten. Ich muss nicht im Schlafzimmer aufnehmen, sondern ich kann an die Geschichte eines Raumes anknüpfen, bei der es seit den 50er-Jahren immer nur um den Sound und die Kunst ging.

Nils Frahm

Foto: Alex Schneider

Carsten Schrader: Hat sich dadurch auch der Druck auf die Kompositionen erhöht?

Nils Frahm: Joa, nicht so sehr auf die Kompositionen, sondern eher auf die Umsetzung und das Einfangen der Kompositionen. Wenn man lange an den Stücken rumschraubt, läuft man immer Gefahr, alles zu verschlimmbessern. Man entfernt sich sehr schnell von dem ursprünglichen Moment. Für mich war es schon eine große Herausforderung, mehr als ein Jahr an dieser Platte zu arbeiten. Ich sitze dann jeden Tag hier, sechs Tage die Woche und dann auch gerne zehn Stunden und mehr. Irgendwann ist das dann wie ein Rausch, und man muss sich schon sehr zusammenreißen, um in unsicheren Momenten nicht alles schlimmer zu machen. Man darf dann nicht die Axt rausholen und sollte sich erst wieder an das Material setzen, wenn man besser drauf ist. Selbsthass des Künstlers entlädt sich immer an seinen Werken – und das ist nicht fair. Die Werke sind ja nicht für den Künstler, sondern für die anderen, die den Künstler unterstützen. Andererseits ist der Selbsthass ja immer verknüpft mit einer Ambition: Ohne Selbsthass kein Fortkommen, keine Vorsätze und keine Vorhaben. Deswegen ist es für mich ein ganz vitaler Prozess, sich mit diesen Zweifeln und diesem Hass auf sich selbst auseinanderzusetzen – dabei aber nicht das Werk zu zerstören.

Carsten Schrader: Hat es eine Parameterverschiebung gegeben, und du musstest darauf achten, dass du dich nicht zu viel mit dem Klang beschäftigst, sondern auch mit dem Komponieren?

Nils Frahm: Das ist nicht das Problem, denn das ist für mich das Gleiche. Für mich ist alles andere Stress. Wenn ich nur derjenige bin, der sich eine Reihenfolge aussucht, in der die Tasten gedrückt werden und jemand anderes bestimmt, wie das am Ende aufgenommen wird – dann ist ja nicht geklärt, wer die Fäden in der Hand hält. Wer sagt wem was? Und da würde ich ja sagen, dass ich die Nummer eins bin, weil ich derjenige bin, der das Stück geschrieben hat. Bevor ich aber jemandem sage, wie er das aufnehmen soll, mache ich es lieber selber. Dabei zerstöre ich sicherlich eine beginnende Freundschaft. (lacht) So muss ich nichts erklären und muss auch niemanden für meinen Vorschlag gewinnen – sondern ich mache es einfach. Immer wenn ich versucht habe, den Leuten das nahezulegen, was ich mir wünsche und ihnen am Ende womöglich sogar eins zu eins sage, wie sie es erreichen können, dann ist das immer der Punkt, an dem die Leute sich nicht mehr so richtig wohl fühlen. Diese Erkenntnis hatte ich schon mit 13, als ich meine erste Band durch meine Ambitionen zerstört habe. Für mich war irgendwie klar, dass der Bassist den falschen Ton spielt, und auch wenn meine Gegenvorschläge immer nett und hilfreich gemeint waren, ist es für Menschen natürlich schwer, so etwas anzunehmen. Ich musste mir einen anderen Weg suchen, um Musik zu machen – und der hat mich zwangsläufig in die Einsamkeit geführt. So kann ich tyrannisch, perfektionistisch und als Künstler unerträglich sein, ohne dass es jemand mitbekommt. Wäre jemand dabei, wäre es ein unglaublich zähes Ringen und ein brutaler Machtkampf.

Carsten Schrader: Du arbeitest ja aber durchaus auch mit anderen Künstlern zusammen. Kannst du dich da zurückhalten?

Nils Frahm: Da muss ich mich zurückhalten. Wenn ich mich entscheide, mit jemandem zusammenzuarbeiten, muss ich Kompromisse machen. Aber prinzipiell ist das nicht mein Weg. Ich habe einfach nicht die richtigen Leute gefunden, und deswegen bin ich nun hier alleine. Was auf meiner neuen Platte stattfindet, ist die Konsequenz aus knapp 20 Jahren Banderfahrung und Musikmachen auf eigene Faust. Natürlich würde ich mich gern in den Arsch treten lassen und hätte gern jemanden, der mir sagt, wie ich es besser machen könnte, aber diese Menschen sind schwer zu finden und ich bin selber schon so wahnsinnig kritisch. Das ist auch beim Aufräumen so: Ich bin immer am putzen und am machen, und wenn ich in einer WG lebe, dann gibt es immer Streit, weil einer ein bisschen entspannter ist. Wer ist dann Schuld: Rege ich mich über diese Person auf, weil sie weniger macht als ich? Oder respektiere ich einfach, dass es mir ein größeres Bedürfnis ist, das schnell zu machen? Ich sehe das als mein Problem und will dem anderen nicht aufs Dach steigen, um ihn so zu verändern, bis er zu mir passt.

Carsten Schrader: Hast du wirklich niemanden, dem du im Vorfeld deine Sachen rüberschiebst und dessen Kritik du dir zumindest anhörst?

Nils Frahm: Es gibt enge Freunde und alte Wegbegleiter, aber wenn man denen Material schickt, fragt man sie eher, welche von zwei Kompositionen sie besser finden oder man diskutiert, welches Stück am Anfang oder am Ende eines Albums stehen sollte. Aber darüber hinaus brauche ich eigentlich niemanden: Wenn ich selber zufrieden bin, dann sind das in der Regel alle anderen irgendwie auch. Bei Regisseuren ist das manchmal anders, weil sie oft eine sehr eigene Vorstellung von dem haben, was sie da hören wollen. Das ist dann aber eher ein Missverständnis. Man hört vielleicht: Ich brauche an dieser Stelle etwas mit so richtig viel Bass. Aber dann weiß man auch, dass da jemand ist, der sich eindeutig überhaupt nicht auskennt. (lacht) Je mehr Leute involviert sind, desto mehr muss man Politik machen. Und wenn du autokratisch vorgehen möchtest, dann solltest du darauf achten, dass du keine Untertanen hast, denn sonst sind die Untertanen die Gelackmeierten. Ich bin absoluter Diktator in meinem eigenen Reich – aber ich habe keine Untertanen. Ich kann hier meinen Totalitarismus fahren – und das ist ja auch genau das, was die Leute von mir wollen. Keiner meiner Fans will mir sagen, was ich tun soll. Die wollen, dass ich meine Ruhe habe und das mache, von dem ich meine, dass es richtig ist.

Carsten Schrader: Wenn man bedenkt, was für einen Status du dir in den letzten Jahren erarbeitet hast, dann ist es erstaunlich, dass es dir gelungen ist, den Fokus auf der Musik zu halten und jeglichen Personality-Kult zu vermeiden. Das erfordert viel Strategie und war sicherlich nicht leicht, oder?

Nils Frahm: Es ist nicht leicht, so einen Personality-Kult auszuhalten. Wenn Leute sich zu viel darüber unterhalten, was für einen Haarschnitt ich habe, dann ist es für mich mal wieder an der Zeit, von den Oberflächlichkeiten abzulenken. Ich wurde protestantisch und ganz vernünftig erzogen, indem mir immer gesagt wurde, ich solle mich nicht darum kümmern, was ich auf dem Kopf, sondern im Kopf habe. Man hat mir immer schmackhaft gemacht, mich inhaltlich festzulegen, was ich machen will – und es dann einfach auch zu tun. Auch wenn man während des Tuns schon merkt, dass man froh ist, wenn das fertig ist: Ich ziehe das durch und nehme mir dann eben beim nächsten Mal etwas Besseres vor. Durch diesen Ansatz bin ich die ganze Zeit am Machen. So viel Musik, so viele Projekte und so viel Ergebnis am Ende: Da habe ich eher das Problem, so viel Inhalt in den Medien unterzukriegen. Die Medien haben ja ein berechtigtes Interesse an leichten Themen, an überschaubaren Themen, und wenn ich Interviews mache, dann geht es erstmal um Bestandsaufnahme. Es kommt ja immer auf die Gesprächsthemen an: Wenn man sich über Miles Davis unterhält, hat man ganz viele Inhalte, über die man sich austauschen kann, aber wenn man über Lady Gaga spricht, redet man witzigerweise mehr über eine Person als über Musik. Dann philosophiert man über Popkultur, Personenkult oder Medien. Deswegen ist Miles Davis für mich eines der größten Vorbilder: Immer wenn ich mich weit von seinem Arbeitsansatz entferne, mache ich mir Sorgen.

Carsten Schrader: Von außen nimmt man dein Werk als sehr heterogen wahr: Die Bandbreite reicht von sehr vertrackten Klavierstücken und akademischen Kompositionen bis hin zu clubaffinen Veröffentlichungen. Nimmst du das selbst auch als so vielschichtig wahr?

Nils Frahm: Ich nehme mich eher als homogen wahr, als Mensch, der keine Pubertät hatte und in seiner ganzen Entwicklung nicht so richtig den Ansatz geändert hat. Ich habe das Gefühl, ich war schon mit sechs so wie ich jetzt bin. Es gibt Menschen, die erfinden sich ständig neu, die haben Phasen und machen ständig eine neue Seite auf und arrangieren ihr Leben in bunten, sich voneinander abgrenzenden Kapiteln. Bei mir ist das eher verschwommen und ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass ich immer der gleiche war. Ich glaube auch, dass sich das in Zukunft eher verfeinern wird als dass es sich noch mal komplett ändern würde. Und dafür bin ich auch wirklich sehr dankbar: Auch wenn die Musik, die ich mit 14 aufgenommen habe, mir heute nichts mehr taugt und mir nicht mehr so richtig viel gibt, höre ich darin trotzdem den gleichen Nils, den ich jetzt immer noch in mir sehe. Es wurde mir einfach viel Zeit geschenkt, weil ich ganz allein im Verborgenen diesen einen Weg immer weiter gegangen bin. Ich musste den Zug nicht immer wieder auf neue Gleise setzen und in eine andere Richtung fahren. Es gab kein Suchen.

„Bei der ernsten Musik gibt es natürlich den Anspruch, etwas Neues zu machen, aber unter diesem Dogma gerät die Annehmbarkeit des Ganzen unter die Räder.“

 

Carsten Schrader: Aber kannst du denn nachvollziehen, dass deine Hörer ziemlich große Schritte machen müssen, um dir zu folgen: Mal erfordert es eine wahnsinnig verkopfte Herangehensweise, dann kann man sich einfach in deine Musik reinfallen lassen.

Nils Frahm: Für mich sind das keine großen Schritte, sondern es ist alles auf einem Teller. Da ist die akademische Musik, da ist Klassik, da ist Jazz, da ist die improvisierte Musik, da ist die Clubkultur und da der Punk. All diese Sachen sind für mich unglaublich eng verwoben, und natürlich gibt es stilistisch immer mal wieder Sprünge – aber das liegt dann eben daran, dass ich ein Crossoverkind bin. Links bei meinem Bruder lief Goa und Trance, rechts im Wohnzimmer lief Freejazz, Ornette Coleman oder Keith Jarrett, und wenn das gleichzeitig lief, dann hatte das schon eine interessante Wirkung. Ich konnte mich nie entscheiden, was jetzt das reine Wasser ist. Dieser westliche Kulturkrieg, E gegen U, ist eigentlich eine ganz alberne Geschichte, die irgendwann mal eingeführt wurde. Eigentlich gehört das zusammen und wurde getrennt, weil es eine gewisse Förderpolitik geben musste. Da hat man gemerkt: Der Scheiß wird eh gekauft, und das Gute, was man erstmal von Meinungsführern als das Gute definieren muss, die ist ja nur wegen dieser Zuschreibung noch da und nicht, weil es gekauft wird. Ich war auf dem Weg dahin, ein E-Komponist zu werden. Ich war bei diesen ganzen Treffen von irgendwelchen Komponisten in Hamburg und Berlin, ich war bei Asmus Tietjens und diesen ganzen Frickeltypen, hab die Leute vom Tausendfüßler-Label kennengelernt, war bei den seltsamsten Konzerten und habe mir alle diese Platten gekauft – und mir hat einfach der Humor gefehlt. Das ist aber genau das, was etwa eine Band wie Einstürzende Neubauten so besonders macht. Andy Warhol, Velvet Underground, Arthur Russell – das sind doch geile Leute. Und natürlich Miles Davis, der „Time after Time“ spielen darf und den komplexesten Jazz der Welt. So jemand will ich sein. Warum soll ich jemand sein, der ernsteste Musik macht und nur von der Gema und irgendwelchen Fördertöpfen finanziert wird? Mein Musikmachen ist auch eine Möglichkeit, Politik zu machen, und im Prinzip lebe ich ein Geschäftsmodell vor: Ich verkaufe die E-Musik auf einem gewissen Unterhaltungsfaktor, und ich mache überraschende Kehrtwenden zwischen dieser eingebildeten Grenze. Jeder, der mal „Music for 18 Musicians“ von Steve Reich gehört hat, der ist nicht nur intellektuell glücklich, sondern auch emotional beeindruckt, weil diese Klänge kosmisch, reich und farbenfroh sind. Irgendwie ist das weich und harmonisch – und trotzdem kommt es dir vor, als hättest du so etwas nie zuvor gehört.

Carsten Schrader: Definiert das auch deinen eigenen Anspruch?

Nils Frahm: Für mich ist die große Herausforderung, Stücke zu schreiben, die sich auf der einen Seite anhören als würde man sie kennen, und auf der anderen Seite doch sind, als hört man sie zum ersten Mal. Bei der ernsten Musik gibt es natürlich den Anspruch, etwas Neues zu machen, aber unter diesem Dogma gerät die Annehmbarkeit des Ganzen unter die Räder. Bei meiner Musik soll man sich fragen, warum es das nicht schon immer gegeben hat. Ich will es nicht anbinden und immer wieder argumentieren müssen, warum das jetzt wichtig ist, sondern es soll beim Menschen haften bleiben. Obwohl ich großer John-Cage-Fan bin, hat er manchmal zu viel Klebeband gebraucht, um seine tollen Gedanken und die sperrige Musik, die dabei entstanden ist, anzubringen. Ich will die Leute eher locken. Ich will den Moment, in dem man etwas nicht mehr verarbeiten kann, weil man intellektuell schon voll ist und dann auch noch das Herz angesprochen wird. Dafür muss man aber Kompromisse eingehen und das respektieren, woran die Menschen sich gewöhnt haben.

„Du musst eine gewisse Flexibilität haben“

 

Carsten Schrader: Mit dem Begleittext zum neuen Album triggerst du bei mir eine romantische Vorstellung vom künstlerischen Schaffensprozess: Du trägst in deinem Kopf eine Musik mit dir herum, die du abzubilden versucht. Ist dann „All Melody“ die bis jetzt größtmögliche Annäherung an diese Musik und eine Zusammenführung deines bisherigen Schaffens?

Nils Frahm: Bei mir sind die Kapazitäten nicht ausreichend, um das ganze präzise abzubilden. Da gibt es natürlich geniale Komponisten wie Bach oder Beethoven, die einfach am Schreibtisch sitzen und notieren, ohne dass im Raum ein Ton zu hören ist. Ich wollte mit diesem Satz einfach an den Gedanken erinnern, dass für jeden Musiker die Musik eben auch im Kopf spielt, und jeder, der mal einen Ohrwurm hatte, kennt diese Art von Musik. Ich drücke es mal positiv aus: Bei dem Versuch, das abzubilden, was man im Kopf hat, kriegt man durch Übersetzungsfehler machmal noch bessere Sachen geliefert. Bei „All Melody“ gab es etwa zwei, drei Stücke, die ich mir überhaupt nicht vorgestellt hatte und die durch praktische Zufälle entstanden sind. Natürlich muss man wach sein, um sie als andere schöne Möglichkeiten wahrnehmen zu können. Das ist für mich beim Musikmachen ganz wichtig: Du musst eine gewisse Flexibilität haben und darfst dich nicht auf einer Idee verbeißen, die vielleicht nicht funktioniert. Ich mache mir diese Gedanken vor allem, damit ich am ersten Tag im Studio direkt etwas zu tun habe.

Carsten Schrader: Die Elektrofrickeleien, die du am Anfang deiner Laufbahn veröffentlicht hast, kannst du jetzt live auf höchstem Niveau und unter weltweiter Aufmerksamkeit umsetzen. Wenn sich dieser Kreis jetzt schließt, macht dir das dann im Hinblick auf deine Kreativität auch Angst?

Frahm: Ich bin glücklich darüber, dass ich damit jetzt auch etwas anfangen kann: Ich bekomme Geld und Macht als Kulturstiftender, und ich bin auf diesen Auftrag vorbereitet. Ich habe 1000 Ideen. Ich kann immer weitermachen, und je mehr die Leute in mich investieren, desto besser wird meine Arbeit. Ein Glück ist es nicht wie bei anderen Künstlern: Je bekannter sie werden, desto unwohler fühlen sie sich und desto niedergeschlagener sind sie eigentlich. Es kann ganz schnell uninspirierend sein, erfolgreich zu sein. Ich versuche das natürlich zu sehen und kenne die Biografien der anderen Künstler. Ich bin gewarnt und sehr alarmiert angesichts von Erfolg, aber ich sehe einen Weg, dass ich diesen Fame auf eine Art nutzen kann, dass er etwas Gutes für die Musik bringt. Auch das habe ich von Miles Davis gelernt: Nur weil der plötzlich auf den Titelblättern war, hat er nicht angefangen, schlechter zu spielen. Okay, drei- oder viermal hatte er auch richtig schlimme Phasen. Also hoffe ich, dass es so wie bei ihm läuft – minus der sechs Jahre Koks, den vier Frauen und die Kinder, die er nicht mag.

Nils Frahm „All Melody“ erscheint am 26. 1.

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