The Drums: Brutalism

Auf „Brutalism“ lassen The Drums ihre Surfer-Roots weiter hinter sich und begeben sich auf die Suche ins Innere.

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen …

THE DRUMS

Brutalism

Gemma: Ich hatte mit der Platte einen aufregenden Moment, als nebenher die Übersetzungsapp meine Anmeldung für einen Hypnobirthing-Kurs auf Deutsch übersetzt hat. Ansonsten ist von dem Album nichts hängengeblieben.

Carsten: Ich war vom Cover abgelenkt: Nachdem er für „Absymal Thoughts“ schon die Nase in seine Sneaker gesteckt hat – ist das jetzt der Gesichtsausdruck von Jonny Pierce, wenn er kommt? Dabei finde ich es richtig gut, was er hier aus dem angestammten Indiesurfsound rausholt, indem er mit Pop und Elektronik kombiniert. Auch textlich ist Pierce viel mutiger als früher im Trioformat.

Verena:Ich war überrascht – waren The Drums immer schon so explizit sexuell? Ich dachte, es ginge ums Surfen … So aber scheint sich Jonny Pierce richtig freizuspielen. Nicht, dass wir uns bald alle für einen Hypnobirthingkurs anmelden müssen …

Mitja: Das sehe ich zwar noch nicht ganz kommen, aber The Drums sind für mich immer noch eine der wenigen Feelgood-Indiebands, die man immer wieder ohne Bedenken auflegen und genießen kann. Auch diese Platte liefert viele eingängige Songs, läuft bei mir aber fast schon Gefahr, zu einer glattproduzierten Popnummer zu verkommen.

VERENA REYGERS

mochte diese Chatauswahl eigentlich ganz gerne – bis Kollege Mitja kam und die guten Dinge scheiße und die schlechten Sachen geil findet. Eins ist klar: Wenn der nächste Hypnobirthingkurs ansteht, muss Mitja alleine hecheln.

MITJA STEFFENS

hat bei dieser Chatrunde schon vorab befürchtet, dass er sich mit seinen Favoriten bei den werten Kollegen auf dünnes Eis begibt. Aber wär ja noch schöner, wenn man sich von den Anstrengungen beim Hypnobirthingkurs die Meinung verbiegen lässt!

CARSTEN SCHRADER

freut sich über die stärkste Chatrunde seit Monaten. Trotz Seepferdchen will er aber nicht zum Hypnobirthingkurs und treibt lieber ab, um das gesparte Geld auf seinem Sugardaddy-Konto einzuzahlen.

GASTHÖRERIN

GEMMA RAY

hat mit „Psychogeology“ gerade ein autobiografisches Album veröffentlicht, auf dem die in Berlin lebende Songwriterin aus Essex bittersüßen Pop, Country und Noir-artige Demut zusammenbringt. Mit den neuen Songs gastiert sie nicht nur am 27. 4. beim Hanse Festival in Stade, sondern spielt am 5. Mai auch ein Konzert in der Berliner Volksbühne, für das sie sich ein paar Überraschungen überlegt hat.

 

The Drums • Album

Künstler: The Drums
Titel: Brutalism
Label: Anti
VÖ: 05.04.2019

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