Foxygen: Seeing other People
Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet, diesmal über Foxygens neues Album „Seeing other People“ …
Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen …
FOXYGEN
Seeing other People
Stefan: Dass Foxygen generell dem 60er-Jahre-Sound nahestehen, ist kein Geheimnis. Auf diesem Album gibt sich das Duo aus Kalifornien aber zu sehr den Konventionen hin. Trotz gelegentlicher Ausflüge in experimentellere Gefilde lässt die Band hier in meinen Augen die Originalität früherer Alben vermissen.
Verena: Ja, das dachte ich bei „Seing other People“ zuerst auch, aber dann haben sie mich mit „Livin’ a Lie“ voll gekriegt. Und auch wenn Jonathan Rado und Sam France hier den großen Abgesang auf Starpower zelebrieren, extrem fickbar bleibt diese Platte trotzdem.
Mitja: Ich muss gestehen, dass Foxygen mich noch nie so richtig bekommen haben. War mir immer ein Spur zu extravagant und kurz vor Musical. Das greift bei dieser Platte wieder, ist Foxygen bei ihrer Attitüde aber sicher schnurzegal, und es scheint hier ja eh genügend Fans zu geben. Zählst du dich dazu, Carsten?
Carsten: Nicht Fan, nur Freund. Gleich den Opener „Work“ finde ich endteflon – aber erneut gelingt es mir nicht, bei einer Foxygen-Platte durchgehend dranzubleiben. Tatsächlich zündet dann auch bei mir nur noch die Single „Livin’ a Lie“. Und ich mag es, dass sie mit den Texten bewusst offen lassen, ob dieses Album ihr Abschied ist.
VERENA REYGERS
fühlt sich in der hiesigen Jungspundrunde etwas oldie – und das trotz hartnäckiger Frühlingsgefühle. Um die nicht mit Minimal Violence zu verschrecken, setzt sie auf die ernsthaft-ironischen Foxygen.
MITJA STEFFENS
gibt sich in dieser Chatrunde sehr handzahm, da könnten sich Minimal Violence noch eine Scheibe von abschneiden. Ob es am Lenz liegt? Die Frühlingsgefühle lässt sich Mitja jedenfalls vorzugsweise von Gus Dapperton vertonen.
CARSTEN SCHRADER
lässt sich sowohl von Foxygen als auch von Minimal Violence inspirieren und cruist in Kellerklubs und Proberäumen. Echte Zweisamkeit gibt es für ihn allerdings immer erst am Morgen danach: beim gemeinsamen Imitieren der Tanzmoves aus dem Aldous-Harding-Video zu „The Barrel“.
GASTHÖRER
STEFAN GRÜLL
ist der neueste Stern am kulturnews-Himmel und scheint deswegen besonders hell. Als Digital Native und Musterbeispiel des Typs Generation Y kümmert er sich bei kulturnewsum die Betreuung der Online-Plattformen und Social Media. Eigentlich mag Stefan „alles außer Schlager“, beschwert sich dann aber doch gerne über alles, was zu laut, zu leise oder schlichtweg ungenügend ist.