Big Thief: Two Hands
Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um „Two Hands“ von Big Thief.
Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen. Dieses Mal geht es um „Two Hands“ von Big Thief.
Janka: Von der Stimme her fühle ich mich tatsächlich an Tori Amos erinnert. Obwohl das musikalisch dann schon ein anderer Schnack ist. Lieblingsstelle: das Gitarrensolo bei „Not“. Und „Wolf“ kann ich mir gut als Arthouse-Soundtrack vorstellen. Passt auch super auf dem Weg zur Arbeit, wenn man so verschlafen im Bus sitzt und ins Morgenlicht blinzelt.
Verena: Verschlafen ins Morgenlicht blinzeln klingt gut! Auch wenn Adrianne Lenker und ihre Mitmusiker mit „U.F.O.F“ dieses Jahr eigentlich schon ein Überalbum abgeliefert haben, „Two Hands“ ist die noch entspanntere Laidback-Indieschwester der US-Amerikaner.
Carsten: Ich weiß vor lauter Lieblingsstellen gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich war ich mir ja schon sicher, dass „U.F.O.F“ meine Platte des Jahres werden wird … Oder doch „Two Hands“? Die Songs der neuen Platte sind bodenständiger und klassischer. Ich habe ja noch ein paar Monate, um mich zu entscheiden. Fest steht: So intensiv wie mit Big Thief hatte ich schon lange keine musikalische Beziehung mehr.
Mitja: Oh ja, nach einer Ladung Battles oder Kim Gordon ist diese Platte eine echte Wohltat. Die Krux ist bloß, dass Big Thief sich auch an der Behandlung von Themen wie Politik und Umweltzerstörung versuchen – und dafür dann vielleicht doch zu harmlos klingen.
VERENA REYGERS
scheint in der Midlifecrisis zu sein, wenn sie zu alt für Clubs ist und lieber mit Thees Uhlmann einen ehrlichen Kasten Bier leeren will. Aber vielleicht liegt es auch bloß am Herbst. Chastity Belt und Big Thief dürfen jedenfalls mit auf die Veranda und unter die Pferdedecke.
MITJA STEFFENS
freut sich auf die Clubsaison und hofft dank des Plattenchats auf einen Gig von Jacques Greene, zu dem er hoffentlich auch Carsten überreden kann. Das sollte aber spätestens mit dem bald drohenden Aufbau der Glühweinstände kein Problem mehr sein.
CARSTEN SCHRADER
denkt wieder über seinen alten Traum nach, ein Café mit Suppenküche in Toronto zu eröffnen. Da würden dann vor allem Big Thief laufen. Aber um Mitja anzulocken, würde er auch Glühwein auf die Karte setzen und DJ-Abende mit Jacques Greene organisieren.
JANKA BURTZLAFF
entdeckt als neue Volontärin an Bord täglich schräge Musik und manchmal auch überraschend Gutes. Kim Gordon zum Beispiel – mit der würde sie gerne mal Sekt auf einer Vernissage trinken.
Hier könnt ihr das Album bei Amazon bestellen.
























































