Dead South im Interview über ihr neues Album „Sugar & Joy“
Interview Jonah Lara
Bluegrass klingt bei den Kanadiern von The Dead South ab und zu nach System Of A Down. Was Genre-Puristen natürlich nicht passt.
Nate, ihr werdet sehr oft „Mumford & Sons“ böse Zwillinge genannt. Ist euer neues Album „Sugar & Joy“ ein Versuch, dem entgegen zu wirken?
Nate Hilts (lacht): Ja das stimmt, das passiert sehr oft, aber das Album hat damit nicht viel zu tun. Im Gegenteil, wir haben ein ziemlich finsteres Album geschrieben. Wir haben da so eine Angewohnheit: Wenn wir ein Album fertig haben, hören wir es durch und suchen nach einer Textstelle, die wir dann als Titel nehmen. Meistens finden wir sie in einem der verschrobenen Songs. „Sugar & Joy“ stammt aus „Fat little Killer Boy“. Diese Ironie hat uns auf Anhieb gefallen.
In einem Interview habt ihr mal gesagt, dass ihr Bluegrass satirisch angeht. Warum braucht es diese Distanz?
Hilts: Ich denke nicht, dass es wirklich eine Distanz ist. Als Band sind wir einfach nicht gut genug für traditionellen Bluegrass, aber wir respektieren das Genre, das musikalische Können und das Songwriting – und es gefällt uns so gut, dass wir trotzdem Elemente davon in unsere Musik einfließen lassen.
Du und Cellist Danny Kenyon habt kurz bevor ihr The Dead South gegründet habt in einer Grunge-Band gespielt. Sind diese Einflüsse noch da?
Hilts: Auf jeden Fall! Wir haben untereinander eh einen sehr verschiedenen Musikgeschmack und das, was wir hören, fließt in unsere Musik mit ein. Colton spielt auf manchen Stücken klassische Banjo-Figuren, die er aus Büchern von Earl Scruggs hat, und auf dem nächsten nimmt er sich ein Plektrum und spielt ein Metalsolo. Danny ist studierter Cellist, aber das, was er bei uns spielt, speist sich aus Indierock, und er verbindet das mit klassischen Elementen. Scott hat sich die Mandoline selbst beigebracht, also spielt er sehr unorthodox: Manchmal klingt das dann wie System Of A Down.
„Blue Trash“ vom neuen Album ist einer eurer traditionellsten Bluegrass-Songs, aber der Text erzählt eine andere Geschichte, oder?
Hilts:Ja! Eines Tages hab ich ein Bluegrass-Radioprogramm gehört, und da lief ein Song von so einer Bluegrass-Puristenband. Es hieß, dass Bands wie wir in dem Genre nichts zu suchen haben. „Blue Trash“ ist unsere Antwort: Wir sind nicht hier, um eure Musik kaputt zu machen oder euch etwas weg zu nehmen. Wir wollen mitmachen, und anderen Leuten diese Musik näher bringen.
„Sugar & Joy“ erscheint am 11. 10. Hier könnt ihr das Album bei Amazon bestellen.























































