Dirty Projectors: Sing the Melody | Das neue Album im Plattenchat
Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um „Sing the Melody“ von Dirty Projectors.
Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Michael, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen … dieses Mal geht es um den Sampler des Südlondoner Labels Speedy Wunderground. Dieses Mal geht es um „Sing the Melody“ von Dirty Projectors.
Estuar: Vielleicht fehlt uns die musikalische Verwurzelung im R’n’B – uns sagt die Mucke leider nicht so viel. Dass da viel nachgedacht wurde bei den Arrangements und den Vocal-Lines, hört man. Für unseren Geschmack hat man’s aber zerdacht, und wir finden den Gesang unangenehm exaltiert. Von manchen wohl hochgelobt, von uns aber nicht verstanden und schon gar nicht gefühlt.
Mitja: Bin es von den Dirty Projectors mit ihren Experimenten sogar manchmal noch exaltierter gewohnt, aber ein paar Hits waren für mich immer dabei. Und da ich diese Platte für DP-Verhältnisse schon sehr gut durchhören kann, mausert sie sich sogar zu meiner Schönheit der Chatrunde.
Verena: Das ist wohl so ein Weihnachtsding, statt neuer Songs alte noch mal neu zu tunen. Klappt auch gut bei „Sing the Melody“, klingt aber, wie der Titel schon verrät, auch nicht so viel besser als das Vorabend-TV-Show-Finale irgendeiner „The Voice“ Show. Sorry. Aber „I feel Energy“ ist toll.
Carsten: Na ja, sie haben nach der letzten Tour diese Liveversionen im Studio eingespielt. Mir gefallen die ausproduzierten Songs besser, aber die Bandversion von „Cool your Heart“ ist herzzerreißend, und auch für den Zusammenschnitt von „FourFive Seconds“ und „Knotty Pine“ lohnt diese EP.
VERENA REYGERS
stöhnt angesichts Sufi-Disse, lauwarmen Dirty-Projectors-Aufgüssen und UK-Newcomer-Langeweile. Würde nicht wenigstens King Princess ein bisschen Studio-54-meets-Nashville-Glitter reinbringen, sie würde ein Nickerchen auf der Couch dem nächsten Chat vorziehen.
MITJA STEFFENS
hofft, dass sich bei seiner anstehenden Heirat mit King Princess deren Labelboss Mark Ronson zu einem Ständchen hinreißen lässt. Wenn sich weitere Stargäste überzeugen lassen, wird vielleicht sogar sein Traum von einer einer Festivalhochzeit wahr.
CARSTEN SCHRADER
fühlt sich für den Dezember gut aufgestellt: Mit Johannes von Weizsäcker und seinen Chap-Kolleg*innen geht es an den Glühweinstand. Mit King Princess legt er sich gern unter den Baum, und mit der Speedy-Clique lässt sich der Jahreswechsel sicher gut ignorieren.
GASTHÖRER
ESTUAR
haben gerade ihr zweites Album veröffentlicht, auf dem Helena und David zwischen Jazz, Elektro und Folk sowohl Innovation als auch wundersam eingängige Pop-Momente feiern. Auch das von David mitgegründete Label Randomfleet zieht kreativ mit: „The Beast within“ gibt es in Form von acht Postkarten mit Download-Code und als Kompaktkassette.
„Sing the Melody“ könnt ihr hier bei Amzaon bestellen.
























































