Sampa the Great: Express yourself
Sampa The Great hat einen langen Weg zurückgelegt, um von Tagebucheinträgen zum kraftvollsten HipHop-Debüt des Jahres zu gelangen.
Es ist unmöglich, über Sampa the Great, bürgerlich Sampa Tembo, zu sprechen, ohne die Orte zu erwähnen, die sie geprägt haben. Geboren in Sambia und aufgewachsen in Botswana, hat die Rapperin in San Francisco und Los Angeles studiert, bevor sie 2014 nach Sydney gezogen ist. „Spätestens als ich damit konfrontiert war, wie ich von den Leuten in den USA oder Australien wahrgenommen werde, musste ich mich damit auseinandersetzen, wer ich außerhalb meines Heimatlandes eigentlich bin“, erinnert sich die Rapperin. HipHop hat für sie seit jeher als Konstante fungiert, die ihr dabei geholfen hat, sich zu orientieren und zu dem Selbstbewusstsein zu gelangen, das sie heute nicht nur mit ihrem Künstlerinnennamen, sondern auch in ihren Lyrics transportiert. „Ich habe schon früh damit begonnen, Texte in mein Tagebuch zu schreiben, zu einem Zeitpunkt, an dem ich das Gefühl hatte, von niemandem gehört zu werden“, erzählt die 26-Jährige. „Das ist für mich bis heute der Kern von HipHop: die Worte und ihre poetische Kraft.“
Mit „The Return“ folgt auf zwei fulminante Mixtapes, mehrere Singles und eine EP das langerwartete Studiodebüt, das Sampa The Great endgültig als eine der vielseitigsten Rapperinnen dieser Tage etabliert. Zwischen dem kraftvoll um ein The-Sylvers-Sample gebauten „Final Form“ oder dem elektronisch-eckigen „OMG“ decken die 19 Tracks eine enorme Bandbreite ab, während im Zentrum stets Sampas kämpferischer, unnachgiebiger Flow steht. So persönlich die Erfahrungen, Einsichten und Veränderungsprozesse sind, die Tembo in ihren Tracks verarbeitet, so sehr sucht sie auch nach dem Verbindenden, das ihre eigenen Kämpfe zum Teil eines größeren Bildes macht – etwa im zehnminütigen Titelsong, in dem sich Ton und Tempo jedem der vier Featuregäste (Thando, Jace XL, Alien und Whosane) ein wenig anpassen, sodass alle den gebührenden Raum für ihre Geschichte bekommen.
Zwei Tracks indes richten sich an die Musikindustrie selbst: In „Time’s up“ adressiert Tembo kulturelle Aneignung, während „Freedom“ von dem Kampf zwischen finanzieller Abhängigkeit und künstlerischer Integrität handelt. „Früher ist mir schwergefallen, mich davon freizumachen, wo mich andere Menschen musikalisch sehen und mit welchen Stereotypen sie mich als schwarze Frau belegen wollten“, sagt Tembo. „Aber ich kann nur mein Bestes geben, wenn ich dabei ich selbst sein darf. Ich frage nicht mehr nach Erlaubnis, mich ausdrücken zu dürfen.“
„The Return“ ist am 13. 9. erschienen. Hier könnt ihr das Album bei Amazon bestellen.























































