The Flaming Lips: „King’s Mouth“
Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um „King’s Mouth“ von The Flaming Lips.
Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen. Dieses Mal geht es um „King’s Mouth“ von The Flaming Lips …
Enno: Ich weiß ja, Flaming Lips, Indie-Instanz und so - aber ich konnte bis auf „The soft Bulletin“ und „Yoshimi“ nicht viel mit ihnen anfangen. Live natürlich eine Wahnsinnsshow, ist aber auch immer ein bisschen Kirmes und Bällebad für Erwachsene. Neue Platte hab ich zweimal durchgehört, gibt mir auch nichts. Meine Güte, die haben ’nen Grammy und Songs mit Justin Vernon und Nick Cave gemacht. Alles erreicht, was man erreichen möchte. Dann muss ich die doch nicht auch noch abfeiern.
Carsten: Aber nach all der Experimentiererei knüpfen sie doch endlich wieder an ihre beste Zeit an. Die beknackte Rahmengeschichte mal beiseite: „All for the Life of the City“, „The Sparrow“ und ganz besonders „Mouth of the King“ sind für sich genommen ganz großartige und ergreifende Songs. Bin nach 15 Jahren in Egalhaltung jetzt wieder Fan.
Verena: Die Frage, ob man Kunst vom Künstler trennen sollte, beantworte ich ausnahmsweise mit „nein“. Wayne Coyne ist mir zu negativ in Sachen Rassismus- und Sexismuskritik aufgefallen. Der Typ ist einfach intellektuell broke, seine Musik höre ich nicht. Sorry – not!
Mitja: Okay, das hatte ich nicht mitbekommen – die Musik hat mich aber auch so noch nie richtig angeturnt. Verschwindet bei mir nach Verenas Hinweis doppelt so schnell in der Versenkung.
VERENA REYGERS
schiebt die miese Chatrunde jetzt einfach mal auf das anstehende Sommerloch. Wobei da immerhin das ganz fantastische Debütalbum von IDER wartet. Und nächtliches Hauswandboxen mit Kate Tempest im Ohr ist ohnehin gesetzt.
MITJA STEFFENS
tanzt mit den Black Pumas vergnügt durch das Sommerloch. Sollte doch mal Trübsal anstehen, darf Kate Tempest ihn weiter hineintreiben, bevor Stereo Total wieder alles vergessen machen. Dazu wird einfach „Ich bin cool” mit Blick in den Spiegel gesungen.
CARSTEN SCHRADER
kann bislang kein Sommerloch ausmachen und kommt bereits mit den Vorbereitungen für den Herbst ins Schleudern: Einerseits kämmt er sich ohne Unterlass für das angekündigte zweite Whitney-Album. Andererseits weiß er, dass die neue Platte von Girl Band ihm ohnehin die Frisur ruinieren wird.
GASTHÖRER
ENNO BUNGER
ist von sich selbst genervt, weil er sich beim Kommentieren der Musik wie in Oli Geissens Chartshow eingeblendet sieht. Er sagt: Lest nicht mein Gesülze, und hört die Platten am besten selbst. Wir sagen: Hört vor allem Ennos neues Album „Was berührt, das bleibt“, das am 26. Juli erscheint und mit dem er im Oktober auch auf große Tour geht.
Für noch mehr Plattenchat mit Enno Bunger geht es hier zu unserer Review von Stereo Total.
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